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Sichere Siege : Fußball und organisiertes Verbrechen oder wie Spiele manipuliert

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Sichere Siege : Fußball und organisiertes Verbrechen oder wie Spiele manipuliert werden

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Über die dunkle Seite der schönsten Nebensache der Welt....
Nach der Lektüre dieses Buches kommt man leider doch immer mehr zur Überzeugung, dass, auch bei großen internationalen Fussballspielen, leider nicht immer alles sauber und fair abläuft. Der Autor selber prognostiziert im Vorwort, dass sich das Weltbild über den Fussball seitens des Lesers nach der Lektüre eintrüben wird. Glaubt man den in diesem Buch aufgeführten Indizien und Sachverhalten, so kann man dieser Prognose leider nichts entgegensetzen.

Hill führt den Leser hinter die Kulissen der internationalen Wettmafia. Er zeigt Praktiken der Spielmanipulation auf und belegt durch umfangreiche Indizien anhand tatsächlich stattgefundener Spiele, auf welche Weise diese manipuliert worden sind. Hierbei handelt es sich auch um Spiele der WM 2006, die nach Ansicht von Hill Opfer von Wettmanipulatoren waren.

Der Mut des Autor, der seine Doktorarbeit zu diesem Thema schrieb, ist bewundernswert. Durch die Offenlegung der in diesem Buch aufgeführten Sachverhalte, dürfte er sich mit Sicherheit in bestimmten Kreisen nicht unbedingt mehr Freunde gemacht haben. Auch wenn ein Großteil der aufgeführten Personen anonymisiert wurden, so zeigt er doch schonungslos Praktiken und Geschäftsgebahren der Wettmanipulatoren auf. Interviews mit Personen aus der Branche runden das Buch ab. Einzig der Sachverhalt, dass es sich überwiegend "nur" um Indizien hinsichtlich der angeblich manipulierten Spiele handelt, hinterlässt einen kleinen Beigeschmack bezüglich der Glaubwürdigkeit aller dargestellten Sachverhalte.

MEIN FAZIT: Das Buch führt den interessierten Leser hinter die Kulissen der Wettmafia und gibt hier einen umfassenden und sehr guten Einblick. Empfehlenswert!
 
  Es bleibt ein Nachgeschmack...von Eitelkeit!
Ich habe das Buch mit Interesse gelesen und ich glaube sicher, dass im Fussball einzelne Spiele geschoben oder Spieler bestochen werden. Gerade für unterklassiger Fussballer ist das verlockend!
Was mir aber am Buch überhaupt nicht zusagt ist, dass der Autor viel viel Füllmaterial verwendet, überhaupt und oft zwischen den narrativen Ebenen willkürlich wechselt, um ein Argument mit einem anderen, welches nicht zum vorliegenden Fall gehört, wieder zu unterfüttern. Das ist nicht unbedingt vertrauenserweckend, wenn es um die Qualität der Beweise und Indizien geht. Dieser wollte der Autor auf seiner Webseite präsentieren. Bis heute habe ich auf der Seite nichts gefunden. So bleibt eine spannende Geschichte ohne wirkliche Beweise. Was mir auch aufgefallen ist, dass ich von Declan Hill kein Foto ohne Pose und auch bei seinen Fernsehauftritten viele "eingübt" wirkende Gesten entdecken konnte. Das ist entweder eitel oder effekthaschend, aber vor allem ist es auffallend, dass der Journalist Hill für jedes Thema die perfekte Pose und Kleidung parat hat.
 
Ein ungutes Gefühl
Ich bin also drauf rein gefallen. Allerdings weiß ich noch nicht genau, worauf eigentlich: Entweder auf die ausgeklügelte Marketingkampagne, die die Erscheinung dieses Buches begleitet hat, oder aber auf den organisierten Fußball in Form von Bundesliga-, Championsleague- oder aber internationlen Spielen, die ich seit langer Zeit intensiv in der Erwartung verfolge, die Beteiligten gäben ihr Bestes. Dass bereits die Lektüre eines Buches Zweifel an der Redlichkeit aufkommen lässt, mag für die zweite Ausgangsvermutung und somit für das Buch sprechen. Andererseits bleibt der Autor letzte Beweise für die Manipulation großer Spiele schuldig. Dennoch: Es verbleibt ein ungutes Gefühl. Fußballspiele (auch oder gerade vergangene) betrachtet man nun mit anderen Augen. Alles in Allem würde ich das Buch dennoch nicht noch mal lesen, da sich viele der Anekdoten wiederholen und letztlich immer wieder dasselbe rüberbringen sollen. Und über den gegebenenfalls brisanten Inhalt über die vermeintlich verschobenen Spiele der WM 2006 wird man ohnehin in den Medien gut informiert. Wirklichen Mehrwert schafft die Lektüre des Buches hier nicht. Hinzu kommt eine sehr schlechte Übersetzung, die den Lesefluss sehr stark stört. Übrigens: Ganz sparen können hätte sich der Autor die vollkommen deplatzierten und das Thema des Buches nicht tangierenden Äußerungen über - von ihm unterstellten - Rassismus in Deutschland. Es ist ein gutes Beispiel dafür, wie der Autor letztlich nur Seiten zu füllen versuchte. Zumindest ist dies ein Eindruck, der sich mir an manchen Stellen im Buch aufdrängte.
 
  Fleissarbeit
Der Autor hat sich viel Mühe gegeben um die Wettmanipulationen im
weltweiten Fussball transparent dazustellen. Die systematische Methodik
der Spielergebnis-Beeinflussung ist verblüffend einfach und gleichzeitig raffiniert. Die Manipulation beginnt bei der Spielauswahl: in der Regel
wird eine Konstellation mit einer starken und einer schwachen Mannschaft
ausgesucht. Ziel der Manipulation ist es, die Niederlage der schwächeren
Mannschaft sicher zu machen und mit einer bestimmten Tordifferenz enden zu lassen. Die interessanteste Figur ist der Runner, der im Auftrag des Wetters mehrere Mitspieler der schwächeren Mannschaft und /oder den Schiedsrichter beeinflusst; Voraussetzung für seinen Erfolg ist nur zu 50%
das Geld, das er verteilt; genauso wichtig sind seine sozialen Kontakte und die das hohe Vertrauen, dass er bei Spielern und anderen Personen geniesst. Leider ist es sehr anstregend dieses Buch zu lesen, - da wird in einem Kapitel laufend von Fernasien nach Europa, von einer Zeitepoche in eine andere gesprungen, von einer Landesliga in eine andere. Ausserdem gibt es viel inhaltlichen Füllstoff, der für die Beschreibung der aufgedeckten Manipulationen überflüssig ist. Daher nur 2 Sterne.
 
Deprimierend aber spannend
Das große PR-Rauschen kann nicht darüber hinweg täuschen, dass da von Hill ein Thema wieder in den Blickpunkt gerückt wird, das deprimiert. Gerade seine Ausführungen zur WM 06 und den Spielen in der Bundesliga sind gut nachzuvollziehen. Keine klaren Beweise werden angeführt, aber die Indizien lesen sich erschreckend genug.
Ich bin ehrlich froh, dass ich mir gleich parallel eine nostalgisch-verklärte, schöne und unterhaltsame Sicht auf den Fußball mitbestellt habe (das Buch "Fußball ist nicht das Wichtigste im Leben - es ist das Einzige"). Momentan macht der Sport ehrlich gesagt immer weniger Spaß!